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Vergleich von proprietärer und Open Source Software sowie Freeware



Abgrenzung und Beispiele

Proprietäre Software zeichnet sich dadurch aus, daß sie von einem bestimmten Hersteller entwickelt wird. Dieser übernimmt für einen gewissen Zeitraum auch die Wartung, verlangt im Gegenzug dazu Lizenzgebühren und veröffentlicht in der Regel keine Details zur Implementierung. Beispiele sind die Microsoft Windows-Produkte, Microsoft Office oder auch die Oracle-Datenbanken.

Open Source Software wird üblicherweise von einer Entwicklergemeinde produziert. Lizenzgebühren fallen hierbei in der Regel nicht an, für die Wartung ist die Entwicklergemeinde zuständig. Prominentestes Beispiel für Open Source Software ist sicher Linux, aber auch Open Office, Gimp und fli4l haben inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht.

Freeware wird oft von Einzelpersonen entwickelt. Die Quellcodes werden meist nicht veröffentlicht. Lizenzgebühren gibt es nur in seltenen Fällen bei kommerzieller Nutzung. PGP ist das Freewareprodukt, das mir als erstes einfällt.

Kosten

Bei proprietärer Software schlagen zunächst einmal die Lizenzgebühren zu Buche, die bei den anderen beiden Kategorien nicht anfallen. Außerdem ergibt sich eine gewisse Abhängigkeit vom Softwarehersteller: Stellt er den Support für eine bestimmte Softwareversion ein, muß ich ein Update kaufen, auch wenn ich mit der laufenden Software zufrieden bin.

Dagegen ist die Situation bei Open Source Software, die in in der Mehrzahl der Fälle von einer Gemeinschaft von Entwicklern implementiert wird, ganz anders: Lizenzgebühren fallen nicht an, in vielen Fällen nicht einmal Wartungskosten. Die Entwicklergruppen sind meist sehr kooperativ, wenn Benutzerwünsche bezüglich Änderungen oder Ergänzungen an sie herangetragen werden. Allerdings gibt es keinen Anspruch auf eine bestimmte Leistung. Auch nicht auf die Beseitigung von Fehlern, die beim Betrieb der Software zu Tage getreten sind.

Weiterentwicklung

In der Praxis werden zwar fast alle solcher Fehler behoben. Die Betonung liegt hier auf dem Anspruch: Alles basiert auf Freiwilligkeit, es gibt keinerlei Ansprüche der Benutzer den Entwicklern gegenüber..

Der letzgenannte Aspekt ist bei Freeware ähnlich, aber noch verschärfter. Da hier oft Einzelpersonen am Werk und die Quellen nicht öffentlich zugänglich sind, entscheidet deren Motivation über Gedeih und Verderb eines Produkts. In der Praxis stellt sich das alles wesentlich weniger dramatisch dar: Die Entwickler haben auch eine emotionale Beziehung zu ihren Werken und setzen daher alles daran, sie weiterzuentwickeln. Aber trotz allem gibt es keinen Rechtsanspruch auf Weiterentwicklung und/oder Fehlerbeseitigung. Wir sind also gut beraten, vor dem Einsatz von Freeware diese gründlich zu testen.

Außerdem ist niemand davor gefeit, daß einer der Hersteller proprietärer Software den Support für das eine oder andere Produkt (oder die Produktversion) einstellt.

Sicherheit

Bezüglich der Sicherheit der einzelnen Softwarekategorien ist derzeit ein heftiger Streit entbrannt. Je nachdem, welcher Quelle man denn nun glauben will, ist mal proprietäre Software und mal Open Source Software weniger anfällig für die alltäglichen Bedrohungen. Allerdings gibt es in keiner Studie entscheidende Vorteile für die eine oder andere Seite. Daher kann man den Aspekt Sicherheit an dieser Stelle ausklammern.

Juristisches

Interessant kann auch die Betrachtung juristischer Fallstricke sein, die beim Einsatz von Software entstehen können: Eines der Hauptthemen der Vergangenheit waren patentrechtliche Auseinandersetzungen zwischen Vertretern von Open Source und - Vertretern von Open Source. Der Streit zwischen SCO und dem (fast) Rest der Welt hat mittlerweile auch den Weg in die Tageszeitungen gefunden. SCO vertritt den Standpunkt, sie besitzen schützenswerte Rechte am Unix-Code, der durch Linux verletzt werde. Die Gegenseite wendet ein, daß SCO keineswegs diese Rechte besitzt und Linux auch nicht dagegen verstoße.

Wer auch immer hier Recht bekommt (wenn überhaupt), für die Anwender dürften aus meiner Sicht keine Folgen zu befürchten sein: Die großen Linux-Anbieter haben längst Fonds gegründet, um ihre Anwender vor den Folgen irgendwelcher Forderungen freizustellen.

Weiterhin wird gern verdrängt, daß auch proprietäre Software nicht per se frei von möglichen Rechtsverletzungen ist. Aber während man bei Open Source Software sogar mit maschineller Hilfestellung durch den offenen Quellcode Rechtsverletzungen aufspüren kann, ist dies bei proprietärer Software nicht so einfach. Lediglich durch undichte Stellen direkt beim Softwarehersteller oder durch Reverse Engineering ist derartiges zu entdecken. Reverse Engineering wird aber in den Lizenzbedingungen ausdrücklich untersagt, so daß dessen Beweiskraft zweifelhaft ist.

Support

Oftmals ist Software nicht unbedingt intuitiv benutzbar, man braucht Hilfestellung.

Bei proprietärer Software ist das normalerweise kein Problem, fast überall gibt es eine Hotline. Allerdings ist diese in immer mehr Fällen kostenpflichtig. Oder fast nicht erreichbar. Statt dessen wird e-Mail-Hilfestellung bei den Herstellern immer beliebter. Kein Wunder, sie können sich ja mit der Antwort beliebig lange Zeit lassen. Bei geschäftskritischen Anwendungen ist dies natürlich ein unhaltbarer Zustand. Oft gibt es dagegen ein Mittel - kostenpflichtig: Premium Support oder so ähnlich heißen derartige Angebote.

Bei Open Source gibt es dafür Newsgroups, in denen man Fragen stellen kann. Wer sich keine (teilweise auch heftige) Kritik einhandeln will, wird vorher allerdings ältere Beiträge durchsuchen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß jemand anders dasselbe Problem schon früher hatte und eine entsprechende Anfrage gestellt hat. In diesem Fall ist es sehr wahrscheinlich, daß die Antwort aus einem Link und einem mehr oder weniger lakonischen Kommentar besteht. Manchmal fehlt auch der Link. In der Open Source Szene geht man davon aus, daß die Nutzer auch lesen können. Und sie müssen lesen. Viel. Und genau. Und das gelesene auch verstehen. Wer jedoch bereit ist, hier viel Zeit zu investieren, wird mit offenen Armen empfangen.


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